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Die Geschichte von Thessaloniki

Die Geschichte von Thessaloniki

Thessaloniki hat viele Geschichten zu erzählen und die erste beginnt bei der Gründung der Stadt im Jahr 316/315 v. Chr. In ihr fließt königliche „Blut“, da die neue Stadt den Namen von Thessalonike erhielt, nämlich der Schwester von Alexander dem Großen und Tochter des Königs von Makedonien Philipp II. Die Stadt entwickelte sich aufgrund ihrer ausgeprägten geographischen Lage ziemlich schnell und wurde zu einem der wichtigsten Häfen und einem wichtigen Finanz- und Handelszentrum von Makedonien und der Balkanhalbinsel. Diese Vorteile hat die Stadt seit 2.300 Jahren aufbewahrt. Unwiderlegbare Zeugen ihrer langen Geschichte sind ihre zahlreichen Monumente, die mit den Einwohnern der Stadt zusammenleben, ihre Geschichten aus den verschiedenen Kulturen, Religionen, Epochen erzählen und darauf warten, von Ihnen besucht zu werden. Lesen Sie die Geschichte der Stadt, um sie kennenzulernen und die Wichtigkeit und Einzelartigkeit ihrer Monumente zu fühlen und schließlich zu begreifen, warum die Einwohner von Thessaloniki so stolz auf die Vergangenheit ihrer Stadt sind.

  1. Die Urzeit
  2. Die Gründung von Thessaloniki – Hellenismus
  3. Das römische Reichtum
  4. Die byzantinische Zeit
  5. Die osmanische Zeit
  6. Die jüngere Geschichte
Die Gegend von Thessaloniki war schon in der Urzeit bewohnt. Die ältesten Befunde aus Siedlungen werden in die Jungsteinzeit und konkreter in das sechste zum fünften Jahrtausend v.Chr. datiert. Die größte Siedlung ist die Siedlung in Thermi, die ihren Namen dem gleichnamigen Golf, heute Karampournaki, gegeben hat. Kleinere Siedlungen sind in den Gegenden Toumpa, Stavroupoli, Polichni zu finden.
Der ehrgeiziger König der Makedonier Kassander hat die neue Stadt 316/315 v.Chr. nach seinem Sieg im Kampf der Nachfolger Alexanders des Großen gegründet, indem er 26 kleinere Siedlungen vereinigte und die Stadt zur Ehre seiner Ehefrau und Schwester Alexanders des Großen Thessaloniki genannt hat. Die geographische Lage der Stadt im Norden des Thermaischen Golfs und im Allgemeinen der Ägäis trug dazu bei, dass sich die Stadt finanziell schnell entwickelte und zum Handelszentrum und Flottenstützpunkt des Reichtums der Makedonier wurde. Die Stadt wurde nach den Standards der antiken griechischen Städte in Bezug auf die soziale Institutionen, die Art und Weise der Religionsausübung und die Finanzen organisiert, indem sie über eine Volksversammlung (Ekklesia) und ein Parlament verfügte. Darüber hinaus hat sie 187 v. Chr. ihre ersten Münzen mit der Inschrift THESSALONIKI geprägt, da sie über ihre eigene Münzstätte verfügte. 
Im Jahr 168 v.Chr. siegt der römische Feldherr Lucius Aemilius Paullus den König von Makedonien Perseus. Thessaloniki wird zur Hauptstadt der zweiten römischen Verwaltungsregion von Makedonien und nach 148 v. Chr. durch die Gründung der römischen Provinz Makedonien wird sie zum ständigen Sitz des römischen Feldherrn. Ihre geostrategische Lage wird verstärkt, als die Römer die Egnatia Straße (ViaEgnatia) bauten und die Stadt wurde zu einer Kreuzung, die die Adria mit dem Hellespont und Kleinasien, sowie andere Städte an der Donau mit der Ägäis und den Häfen im Osten verband. Von großer Bedeutung ist auch die Tatsache, dass in der Stadt für eine Weile der römische Redner Cicero gelebt hat. 42 v.Chr. wird die Stadt von den Römern zur „freien Stadt“ (civitas libera) erklärt und ihr werden mehr Privilegien erteilt. So wird Thessaloniki zu einem Anziehungspunkt nicht nur für die Einwohner der nahelegelegen Gegenden, sondern auch für viele Fremden, besonders aus dem Osten (Ägypter, Syrier, Juden). Es handelt sich nun mehr für eine dichtbevölkerte, multikulturelle, weltoffene Stadt, die imstande war, neue Ideen, Religionen und fremde Kulturen aufzunehmen. 

Der Apostel Paulus besucht auch zu dieser Zeit Thessaloniki und trägt durch die Verkündigung des Evangeliums zur Gründung der christlichen Gemeinde in Thessaloniki bei. Seine zwei Briefe an die Thessalonicher sind die ältesten Schriften des Neuen Testaments

In der Zeit des Kaisers Galerius Maximianus werden in der Stadt prächtige Bauten gebaut, die ganz oder teilweise bis heute erhalten werden: die Rotunde, der Triumphbogen (als Kamara bekannt), der Palast, die gewölbte Bogenhalle, das Hippodrom. 

Nur wenige Städte sind so eng wie Thessaloniki mit ihrem Schutzheiligen verbunden. In der Zeit von Galerius wird der Heilige Demetrios hier den Märtyrertod sterben, als er damals ein junger Offizier der römischen Armee war, der zum Christentum bekehrte und schließlich zum Schutzpatron der Stadt wurde. Die Kirche des Myrovliten Heiligen Dimitrios ist bis heute noch ein Gebetsort für Pilger aus der ganzen Welt.
Thessaloniki spielt weiterhin eine wichtige Rolle im politischen und militärischen Leben auch, als 330 v.Chr. der Kaiser Konstantin der Große die Hauptstadt des Römischen Reichtums von Rom nach Konstantinopel bringt. Der Stadt wird der Name „die erste nach der ersten“ gegeben. Im 5. und 6. Jahrhundert n.Chr. beginnen die ersten Angriffe von der arabisch-slawischen und den slawischen Völkern, die aber abgeschlagen wurden.  Ihr finanzieller und kultureller Aufschwung Ende des 9. Jahrhunderts-Anfang des 10. Jahrhunderts, als der Handel, die Künste und die Literatur blühten, stellen die Voraussetzungen dar, in denen sich zwei ihrer Kinder aufwuchsen und die später die christliche Welt geprägt haben. Es handelt sich um die Brüder Kyrill und Method, die die Slawen christianisiert haben. Kyrill ist sogar derjenige, der das slawische Alphabet geschaffen hat. Weitere Informationen hier

Das byzantinische Reichtum schlägt viele Angriffe von Völkern ab, die seine Integrität drohen, wie z.B. die Bulgaren, die dauernd gegen das Reichtum angreifen. 904 n.Chr. erlebt Thessaloniki die Brutalität und Plünderung seitens der Sarazenen und der Normanden, die 1185 n.Chr. die Stadt für drei Monate erobern. 1204 n.Chr. erobern die Kreuzritter des 4. Kreuzzugs Konstantinopel und später auch Thessaloniki, die unter ihrer Besatzung 20 Jahre lang bleibt. 

Die Streitigkeiten innerhalb des byzantinischen Reichtums erreichen 1342 ihren Höhepunkt in Thessaloniki mit der Volksbewegung der Zeloten. Anfangs gelingt es den Zeloten eine Revolutionsregierung zu bilden, 1349 wurde aber die Volksbewegung niedergeschlagen. Nach einer kurzen Periode unter venezianischer Herrschaft (1423-1430) wird 1430 Thessaloniki von den Osmanen erobert.

Das 14. Jahrhundert ist das goldene Jahrhundert für die Literatur in Thessaloniki. Die Stadt wird zu einem Raum für kulturelle und seelische Gärungen verwandelt, wo berühmte Gelehrten, Juristen, Philologen hier geboren oder gelebt und ein prächtiges Werk geschaffen haben. Unter denen ist Gregorios Palamas, einer der wichtigsten Theologen des 14. Jahrhunderts, der der Volksbewegung des Hesychasmus Ausdruck verliehen hat.
1430 erobert Murat II Thessaloniki, die unter der osmanischen Herrschaft bis 1912 bleiben wird. Die Stadt scheint verwüstet zu sein, da die Bewohner die Stadt verlassen haben und in nahegelegene Gegenden gezogen sind, um sich zu retten, da viele geschachtet oder beim Sklavenhandel des Ostens verkauft wurden. Die meisten Kirchen werden zu Moscheen umgewandelt, während manche kleine Kirchen weiterhin den Gottesdienst abhalten. Aus den zahlreichen Klöstern, bleibt nur ein einziger bis heute noch aktiv, nämlich der Vlatadon Kloster. Gleichzeitig werden Priester-Akademien, der überdachte Markt, Dampfbäder, Brunnen und das Denkmal – Wahrzeichen von Thessaloniki, der Weiße Turm, errichtet. 

1492 ändert ein wesentliches Ereignis die Anthropogeographie der Stadt. In Thessaloniki kommen 15 - 20.000 Juden an, die aus Spanien vertrieben wurden und deren Ankunft der Handels- und Gewerbetätigkeit der Stadt einen neuen Aufschwung gibt, da sie gleichzeitig zur multikulturellen Entwicklung der Stadt beitragen. Im 18. Jahrhundert führt die rapide Entwicklung des Handels dazu, dass viele Länder aus dem Westen in Thessaloniki eine Botschaft gründen und die Stadt ist nun mehr nicht nur finanziell kräftig, sondern gewinnt wieder ihren weltoffenen Charakter. Der Wind der griechischen Revolution im Jahr 1821 kommt auch in Thessaloniki hin, aber die Revolutionsbewegungen werden 1821-1823 mit Gewalt abgeschlagen.

Ende des 19. Jahrhunderts wird die Bahnstrecke gebaut, die Thessaloniki mit Skopje, und von da aus mit Europa und Istanbul verbindet. Es erscheinen die ersten Trams, die von Pferden gezogen werden, das Stadtgas und die ersten Industrieanlagen. Thessaloniki wandelt sich zu einer modernen europäischen Stadt um. 

1903 beginnt das Bulgarische Komitee territoriale Forderungen in Makedonien zu erheben und so bricht der Makedonische Kampf aus (1904 – 1908).

1881 wird Mustafa Kemal Atatürk, der Gründer der türkischen Republik und erster Präsident der Türkei, in Thessaloniki geboren. 

Ein Meilenstein in der Geschichte von Thessaloniki ist ihre Befreiung, als die griechische Armee nach der Unterschrift des Protokolls für die Übergabe am 26. Oktober 1912, am Namenstag des Heiligen Dimitrios, des Schutzheiligen der Stadt, in die Stadt einmarschierte. 
 Griechenland hat sich an dem I. Weltkrieg vom Anfang an beteiligt, wird jedoch der Triple Entente die Nutzung des Hafens von Thessaloniki erlauben, und hat so zur Versorgung der Alliierten beigetragen. Das hatte zur Folge, dass Tausende von englischen und französischen Soldaten 1915/1916 in die Stadt ankamen.

Im Sommer 1917 bricht der Großbrand aus, und der größte Teil des historischen Zentrums von Thessaloniki wird ausgebrannt. Der Brand lässt hinter sich 73.000 Obdachlose und Arbeitslose. Und während die sich selbst wieder zu finden versucht, bringt 1922 die kleinasiatische Katastrophe neue soziale und finanzielle Gewohnheiten mit sich nach Griechenland. Mit der Konvention über den Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei, die 1923 in Lausanne unterzeichnet wurde, zogen nach Thessaloniki aus Kleinasien, Ostthrakien und dem Schwarzen Meer (Pontos) zehntausende von griechischen Flüchtlingen. Trotz der Probleme, die anfangs wegen des Massenzustroms der Flüchtlinge entstanden, überlassen die Flüchtlinge der Stadt einen neuen Schwung. 

1941 treten die Deutschen in Thessaloniki ein. Eine der schlimmsten Folgen während der deutschen Besatzung war für die Geschichte der Stadt die Vernichtung ihrer jüdischen Gemeinde. 1943 werden 46.091 Juden aus Thessaloniki in die Konzentrationslager in Auschwitz – Birkenau vertrieben. Von denen kehren nur 1950 zurück. 

Thessaloniki genießt wieder ihre Freiheit erst im Oktober 1944., am Namenstag des Heiligen Dimitrios, des Schutzheiligen der Stadt, in die Stadt einmarschierte.

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